Schulen in der Pandemie: Nur wenige Schulen sind digitalisiert und viele Lehrer überlastet

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Thema Bildung mehr denn je in den Fokus der Gesellschaft gerückt. Die Schule wurde in die privaten Haushalte verlegt, Eltern wurden zu Lernbegleitern, bestehende Strukturen und Lerninhalte der Schulen wurden hinterfragt und die Schulpolitik zur Rechenschaft gezogen. Ein Rückblick auf die Bildung im vergangenen Jahr.

„Bildung in Deutschland 2020“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung schreibt in seiner aktuellen Pressemitteilung zum Bildungsbericht 2020: „Das Schwerpunktkapitel ‚Bildung in einer digitalisierten Welt‘ ist in der andauernden Corona-Pandemie besonderes aktuell: Der Einsatz digitaler Medien zum informellen Lernen in der Freizeit ist selbstverständlich. Innerhalb von Bildungseinrichtungen ist das seltener der Fall, zudem gibt es große Unterschiede zwischen Bildungseinrichtungen und –bereichen.“

Ferner weist der Bericht auch auf anstehende Aufgaben, die weiterhin die größten Baustellen sind:  Chancengerechtigkeit, Durchlässigkeit und Aufstiegsorientierung.

Die KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig sagte: „Bildung gelingt, es gibt aber weiter viel Arbeit. (…) Die Corona-Krise ist eine immense Herausforderung für die gesamte Bildungslandschaft, die Bildungsungerechtigkeit zu verschärfen droht. Ein besonderes Augenmerk müssen wir deshalb auch weiter auf Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Schichten legen, die weniger Unterstützung durch ihre Eltern erfahren und zusätzlich häufig nicht über die technische Ausstattung verfügen, um jetzt gleichberechtigt am digitalen Unterricht teilzunehmen. Wir sehen in der Corona-Krise, dass wir bei der digitalen Bildung aufholen müssen.“

Bildung in der digitalisierten Welt

Bildung in der digitalisierten Welt ist weiterhin der Schwerpunkt des Berichts. Auch wenn digitale Technologien mittlerweile selbstverständlicher Teil des alltäglichen Lebens, bestünden individuelle und strukturelle Unterschiede im Zugang zu digitalen Medien. Diese ergeben sich etwa aufgrund der sozialen Lage oder auch aus regionalen Gegebenheiten.

Im Hochschulbereich und der Weiterbildung ist der Einsatz digitaler Medien weit verbreitet. Im schulischen Bereich würden digitale Medien nur seltener Anwendung finden und in der frühen Bildung nur partiell.

Auch bei der Ausstattung von Schulen und Einrichtungen der frühen Bildung ist weiterer Entwicklungsbedarf mit digitalen Medien notwendig.

Es wird bewertet, dass es entscheidender ist wie Lehrende digitale Medien in das alltägliche Lehr-Lern-Geschehen integrieren, als die eingesetzte Technik selbst. So ist der Erfolg digital unterstützter Lernprozesse von einem didaktisch sinnvollen und kritisch reflektierten Einsatz abhängig.

Was hat sich bisher in 2021 getan?

Schulschließungen, Distanz-Unterricht, Wechselunterricht, überforderte Lehrerkräfte, frustrierte Eltern und Schüler. Auch 2021 hat die Corona-Pandemie großen Einfluss auf das Schulgeschehen. Eine repräsentative Studie der Universität Göttingen fragt nach…

Beim Thema Digitalisierung sind Schulen weiterhin nicht gut aufgestellt

Im 2020/21 kann immer noch keine verlässliche Aussage zum Stand der Digitalisierung an den Schulen gemacht werden. Staatliche Erhebungen sind kaum zu finden. Aus einer aktuellen Studie geht aber hervor, dass deutsche Schulen beim Thema Digitalisierung weiterhin nicht gut aufgestellt sind.

Die Universität Göttingen befragte Anfang 2021 bundesweit mehr als 2700 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I und II. Zwar hat die Corona-Pandemie die Digitalisierung in den Schulen vorangetrieben, aber es existieren immer noch deutliche Lücken bei der technischen Ausstattung. Jede zweite Schule stelle kein WLAN für Schüler*innen bereit. Außerdem sei eine deutliche Kluft zwischen einzelnen Schulen in Sachen digitaler Kompetenz erkennbar. Etwa ein Drittel der Schulen seien sogenannte „Nachzügler“ in Sachen Digitalisierung und nur zwölf Prozent „Vorreiter“.

Auch die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte sei enorm gewachsen. Die Anforderungen an Lehrkräfte seien allgemein durch Corona und Digitalisierung gestiegen. Je nach Merkmal sind für 60 bis 90% der Lehrkräfte neue, zusätzliche Anforderungen hinzugekommen. Dies schlägt sich auch in entsprechend (eher) starken Belastungsangaben von 56% bis 79% der Lehrkräfte nieder.

Beitragsbild von Julia M Cameron von Pexels

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